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Entstehung - Programm - Künstler - Förderer


Schloss Neubeuern, in dessen Festsaal die Neubeurer Konzerte stattfinden, wurde im Laufe seiner langen Geschichte mehrmals umgebaut. Der größte Eingriff erfolgte in den Jahren 1904 bis 1908. Nach einem Brand wurde der komplette Mittelbau vom führenden Münchner Architekten Gabriel von Seidl im historisierenden Stil der „Deutschen Renaissance“ neu aufgebaut. In dieser Zeit verlieh auch die sogenannte „Neubeurer Woche“ mit so bekannten Besuchern wie die Dichter Hugo von Hofmannsthal, Rudolf Borchardt und Annette Kolb, dem Jugendstil Architekten Henry van de Velde, den Malern Franz von Stuck und Leo Putz und den Musikern Max von Schillings und Ludwig Pembaur, besonderen künstlerischen Glanz. Als ein besonderes Juwel dieses Neubaues gilt sein Festsaal, der den stil- und stimmungsvollen Rahmen für unsere Kammermusikkonzerte bildet.


Das Schloss ist seit 1925 ein Internats-Gymnasium und wird seit 1948 von einer Stiftung geführt. Im internen Rahmen der Schule fanden in unregelmäßigen Abständen Konzerte statt.


Die Idee, den prunkvollen Festsaal einem breiten Publikum für Konzerte zugänglich zu machen, stammt vom damaligen Stiftungsvorstand Robert Lienhöft. Er beauftragte den Pianisten Kurt Hantsch mit der Umsetzung dieses Vorhabens. Im benachbarten Raubling gibt es einen Kulturverein. Mit dessen Leiter Dr. Helmut Hoche wurde eine Zusammenarbeit vereinbart. Die organisatorischen und finanziellen Aufgaben übernahm der Kulturverein Redenfelden-Raubling, die Auswahl der Künstler bleibt dem Neubeurer Vertreter Kurt Hantsch vorbehalten.


1970 fanden die ersten Konzerte statt, die bald eine zunehmende Resonanz beim Publikum fanden. So konnte 1973 ein Abonnement für zunächst sieben, bald aber für zehn Konzerte im Jahr angeboten werden. Dieses Abonnement wurde immer mehr genutzt, es bildet noch heute die finanzielle Sicherung der Konzerte.


Der relativ kleine Festsaal, der 230 Zuhörern Platz bietet, ist auch wegen seiner guten Akustik der ideale Rahmen für Kammermusik, die in all ihren Formen die Programme bestimmt. Bald schälte sich ein programmatisches Konzept heraus. Neben Streichquartetten und Klaviertrios finden alljährlich Violin- und Celloabende statt. Fester Bestandteil sind Klavierabende sowie Konzerte mit Ensembles verschiedener Besetzung. Der stilistische Bogen reicht vom Barock bis zur Moderne, von Johann Sebastian Bach bis György Ligeti und Wolfgang Rihm. Im Zentrum der Konzerte stehen jedoch die Werke der großen klassischen und romantischen Kammermusik, die zum Teil zyklisch aufgeführt werden. Zum Beispiel fanden solche Reihen mit den Streichquartetten von Beethoven, den Streichquintetten von Mozart, den Klaviertrios von Beethoven, Schumann, Brahms und Dvořak statt.


Die Zahl der in Neubeuern aufgetretenen Künstler und Ensembles geht nach 39 Jahren natürlich in die Hunderte. Herausragende Streichquartette waren das Alban Berg Quartett, des Emerson String Quartet, das Smetana, das Janāček, das Prazak und das Panocha Quartett aus Prag; bedeutende deutsche Quartette waren in den Anfangsjahren das Koeckert-Quartett, das Melos- und das Brandis-Quartett, das Cherubini-Quartett. Später kamen hinzu das Vogler- und das Petersen-Quartett, in den letzten Jahren sind hervorragende Ensembles das Artemis-, das Mandelring- und das Henschel-Quartett.


Berühmte Klaviertrios waren in Neubeuern zu Gast: das Beaux Arts Trio, das Trio di Trieste, das Trio di Milano, das Odeon-Trio, das Stuttgarter Klaviertrio, das Trio Fontenay, das Abegg-Trio und das Trio Jean Paul. International berühmte Pianisten wie Adam Harasiewicz, Rudolf Buchbinder, Elisabeth Leonskaja, Yefim Bronfman, Lilya Zilberstein, Cecil Licad, Gerhard Oppitz, Christian Zacharias, Lars Vogt, Till Fellner, von den jüngeren seien Markus Groh, Severin von Eckardstein, Martin Stadtfeld und Herbert Schuch genannt.


Auch namhaften Streichern konnte man in Neubeuern begegnen: die Geiger Christiane Edinger, Ulf Hoelscher, Thomas Zehetmair, Isabella van Keulen, Ingolf Turban, Viviane Hagner, Julia Fischer und Mirijam Contzen. Eine Reihe großer Cellisten waren zu erleben: Yo Yo Ma, Heinrich Schiff, David Geringas, Gustav Rivinius, Wolfgang Boettcher, Daniel Müller-Schott und Tatjana Vassiljewa.


Unter den Bläsern ragten heraus die Flötisten Karlheinz Zöller, Paul Meisen und Irena Grafenauer, die Oboisten Lothar Koch und Hans-Jörg Schellenberger sowie die Klarinettisten Eduard Brunner und Sharon Kam.


Eine von allen Künstlern immer wieder bestätigte spezielle Neubeurer Besonderheit sind die fachkundigen und disziplinierten Besucher, die wesentlich zur einzigartigen Atmosphäre der Neubeurer Konzerte beitragen. Dieses, über all die Jahre treue Publikum, war und ist für den Fortbestand der Konzerte die Basis und der Garant.


1987 wurde anlässlich der Anschaffung eines Steinway-Flügels, der durch Spenden finanziert wurde, die Gründung eines Vereins notwendig, der unter dem Namen „Konzerte Schloss Neubeuern e.V.“ einen Vorstand wählte und sich eine Satzung gab. Die Existenz der Konzerte hängt auch von der ehrenamtlichen Arbeit der Vorstands- und Vereinsmitglieder ab.


Dankbar ist der Verein für die große Unterstützung der Konzerte seitens der Internatsschule und ihres Stiftungsvorstands. Schloss Neubeuern ist die einzige Schule ihrer Art in Deutschland, die eine derart hochwertige Kammermusikreihe anbietet. Der Saal wird kostenlos zur Verfügung gestellt und wertvolle Hilfen werden von Lehrern und Schülern geleistet. So wird zum Beispiel der Getränkeverkauf in den Pausen von Schülern organisiert und durchgeführt. Der Ertrag wird in vollem Umfang für soziale Hilfsprojekte in der Dritten Welt gespendet.


Eine große und wichtige Hilfe leistet unsere Vorverkaufsstelle, das Reisebüro Ludwig Kroiss in Rosenheim, das seit Jahrzehnten ehrenamtlich die Neubeurer Konzerte unterstützt.


Dass in einem kleinen Ort wie Neubeuern eine solch anspruchsvolle Konzertreihe, zudem noch ohne jegliche Zuschüsse, möglich ist, ist ausschießlich ehrenamtlichen Helfern und Vereinsmitgliedern zu verdanken. Nur dadurch können die Preise konkurrenzlos niedrig gehalten werden. Um auch in Zukunft das hohe künstlerische Niveau und den festlichen Rahmen der Konzerte zu sichern, ist diese Hilfe und Unterstützung weiterhin notwendig und erbeten.


Neubeuern im März 2006
Der Vorstand



Ergänzende Informationen


Der Bayerische Rundfunk, Bayern Klassik, hat im Herbst 2006 beschlossen, die „Konzerte Schloss Neubeuern“ in die Kultur- und Medienpartnerschaft zu übernehmen aufgrund der außergewöhnlich hohen künstlerischen Qualität dieser Kammerkonzerte.


Der Vereinsvorstand hat einen Freundeskreis gegründet, um mit Hilfe dessen Mitgliedern den Bekanntheitsgrad zu vergrößern und die zukünftige Entwicklung der Konzertreihe durch regionales und überregionales Sponsoring zu unterstützen. Personen, die Interesse am Bestand der Konzertreihe haben und in einem Freundeskreis helfen möchten, werden gebeten, sich mit Herrn Michael Seck, Telefon 0 86 41-71 78 in Verbindung zu setzen.

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